Hünenweg 2012
Wandern ohne Gepäck
(10 Tage)

Programm:
1. Tag:
Individuelle Anreise Osnabrück (Bahnstation)
2. Tag:
Osnabrück - Bramsche (ca. 30,8 km)
3. Tag:
Bramsche Ankum (ca. 30,3 km)
4. Tag:
Ankum - Berge (ca. 30,2 km)
5. Tag:
Berge - Herzlake (Haselünne)
(ca. 20 bzw. 26,5 km)
6. Tag:
Herzlake (Haselünne) - Lähden (ca. 29,7 km bzw. 19 km)
7. Tag:
Lähden - Sögel (ca. 24,7 km)
8. Tag:
Sögel - Surwald (ca. 21,8 km)
9. Tag:
Surwald - Papenburg (23,9 km)
10. Tag:
Nach dem reichhaltigen Frühstück individuelle Abreise

Leistungen:
9 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Du/WC und Frühstück
Gepäcktransport zum Tagesziel
1 Wanderführer "Hünenweg" pro Zimmer 1
Wanderurkunde und Wandernadel
ausführliche Reiseinformationen pro Zimmer

Reisepreis:
Im Doppelzimmer: 445,00 €
(bei mindestens zwei Personen)
Einzelzimmerzuschlag: 114,00 €







1. Tag:
Anreise nach Osnabrück. Entdecken Sie bei einem Rundgang die Stadt des Westfälischen Friedens.

2. Tag:
Dieser Start ist gut gelungen: direkt am historischen Marktplatz, am Rathaus des Westfälischen Friedens in Osnabrück geht es los. Ein Tipp vorweg: Die Friedens- und Kulturstadt hat soviel zu bieten, dass sich eine Anreise anbietet, die vor der Wanderung genug "Luft" für Entdeckungs- und Geniessertouren läßt.
Vom Marktplatz mit Stadtwaage und Marienkirche geht es an der Giebelhäuserzeile vorbei in Richtung des Doms St. Peter.
Entlang der Hase auf dem Herrenteichswall fällt der Blick auf den Bischofsgarten am gegenüberliegenden Ufer und auf den Pernickelturm nebst Mühle.
Der Weg führt am Rande der Altstadt hinaus auf den Gertrudenberg mit seinem großzügigen Bürgerpark in Richtung des denkmalgeschützten Hasefriedhofs.
Bald geht es entlang am idyllischen Flüsschen Nette zum beliebten Ausflugsgebiet Nettetal. Zwei Wassermühlen und die Ruine der Wittekindsburg machen diesen Abschnitt erst recht interessant.
Blick auf Kloster Rulle

Im folgenden kleinen Örtchen Rulle ist die Klosteranlage und Wallfahrtskirche mit ihren verschiedenen Türmen absolut sehenswert.
Bis nach Bramsche überquert man nun die sanften Höhen des Wiehengebirges und kann dem Treiben auf dem Mittellandkanal zusehen.
Die Tuchmacherstadt Bramsche bietet dem Wanderer auf seiner Tour mit der hervorragend restaurierten Museumsanlage am Mühlenort ein Highlight auf seiner Tour und zeigt ein fabelhaftes Stück Industriekultur.
Die gesamte Geschichte vom Rohstoff Wolle bis zum fertigen Tuch wird hier präsentiert - und die Maschinen rattern und schnaufen
wie anno dazumal!


3. Tag:

Der Wanderer hat jetzt zunächst fast nur noch Natur vor sich mit kaum nennenswerten Steigungen.
Man erreicht zunächst das Waldgebiet des Gehn in Bramsche, seine zusammenhängenden Heideflächen sind als Naturdenkmal geschützt.
Schon wechselt man von der Natur zur Kultur:
entlang einer schön gestalteten Golfplatzanlage gelangt man zum Giersfeld, einer Landschaft, die von urgeschichtlichen Stein- und Steingräberweg Giersfeld
Hügelgräbern geprägt wurde.
Insgesamt 9 der mächtigen Hügelgräber verbindet ein Lehrpfad.
Übrigens: der Eingangsbereich des Restaurants am Golfplatz beherbergt eine kleine archäologische Ausstellung und Dokumentation. Hier lohnt sich ein kleiner Blick in die Geschichte.
Ankumer Dom
In Ankum bemerkt jeder Besucher, dass hier der sogenannte "Artländer Dom" das idyllische Ortsbild beherrscht.
Dieses sakrale Gebäude sollte man sich unbedingt näher anschauen und zu "seinen Füßen" eine kulinarische Pause einlegen.
Auch beim sehr beeindruckenden, fast 100 m langen Großsteingrab in Hekese und beim Westturm der kath. Kirche St. Servatius in Berge spielen Findlinge eine "tragende" Rolle.

4. Tag:
Der Waldsteinskulpturenpark der freien Kunstakademie Maiburg in Bippen-Klein Bokern ist ein künstlerisches Kleinod, in dem Natur und Kultur eine beachtenswerte Symbiose bilden.
Man sollte sich zum Betrachten Zeit und Ruhe nehmen. Das Gelände ist täglich geöffnet und bis Sonnenuntergang zugänglich.
Im weiteren Streckenverlauf durchquert der Wanderer die Endmoränenlandschaft der Maiburg und wundert sich über die riesigen Findlinge, die schon lange Namen wie "Teufelsstein" oder "Phaolenstein" besitzen.
Natürlich ranken sich Sagen und Legenden um diese Steine - passend zur Maiburg, die gerade durchquert wird und wohl nach den Hexenfeiern zur Walpurgisnacht benannt wurde.
Auch beim sehr beeindruckenden, fast 100 m langen Großsteingrab in Hekese und beim Westturm der kath. Kirche St. Servatius in Berge spielen Findlinge eine "tragende" Rolle.

5. Tag:

Die vierte Etappe führt aus dem hügeligen Osnabrücker Land ins Emsland hinein.
Hier wandelt sich die Landschaft nach dem Durchqueren des Börsteler Waldes.
Zunächst aber entdeckt der Wanderer das direkt am Hünenweg gelegene Stift Börstel.
Und hier solte man ein wenig verweilen und die mittelalterliche Kirchen- und Klosteratmosphäre auf sich wirken lassen.
Idyllisch an einem Bach gelegen, präsentiert sich das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Ruhe und Abgeschiedenheit - wie in seinen Gründerjahren des 13. Jahrhunderts.

In den zahlreichen Nebengebäuden kann man sogar übernachten oder Seminare und Tagungen veranstalten.
Regelmäßig werden Führungen und Veranstaltungen wie Konzerte geboten.
Aus dieser mittelalterlichen Klosteratmosphäre geht es nun in das schaurig-schöne Hahnenmoor - ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet.
Auf den angelegten Pfaden kann man die Ruhe dieser Landschaft genießen und sich von den leuchtenden Farben der Vegetation faszinieren lassen.

Vielleicht läßt sich auch ein Moorfrosch oder eine Kreuzotter erspähen und begleitet den Wanderer ein Stückchen seines Weges.
Entlang der Hase erreicht man schließlich mit Herzlake das Etappenziel, sofern man nicht noch 7 km bis nach Haselünne wandern möchte.


6. Tag:
Weiter geht es auf dem Hünenweg immer am Flussufer der lieblichen Hase entlang und anschließend direkt durch das Naturschutzgebiet des bedeutensten emsländischen Wacholderhains vor den Toren der Hansestadt Haselünne.
Leicht läßt sich darauf schließen, dass die Stadt Haselünne ihren Namen der Wasserstraße verdankt, die sie prägt und ihren Wohlstand als Hansestadt verdankte.

Neben den drei traditionsreichen Kornbrennereien begeistern dort die gut erhaltenen mittelalterlichen Burgmannshöfe und die liebevoll restaurierten alten Bürgerhäuser.
Sehenswert ist auch das Brennereimuseum im restaurierten Bentinckhof der Familie Berentzen.
Wiesen, Wald und Ackerland in einer einsamen, fast menschenleeren Landschaft bestimmen anschließend den letzten Abschnitt bis nach Lähden.


7. Tag:
Kultur und Natur pur - denn direkt am Wegesrand erwarten den Wanderer auf dieser Etappe gleich drei Raritäten:
Zunächst steuert man die letzte komplett erhaltene kombinierte Wind- und Wassermühle in Hüven an.
Die Wassermühle wurde bereits im 16. Jhd. erbaut und nach einem Brand um 1800 neu errichtet.
Mitte des 19. Jhd. setzte man schließlich noch eine Windmühle mit Galerie "obendrauf", um so auch in regenarmen Zeiten den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Weiter gehts zum mystischen Großsteingräberfeld bei Groß Berßen. Hier liegen viele Gräber dicht beieinander. Das sogenannte "Wappengrab" wurde rekonstruiert, während das "Königsgrab" in seiner (fast) ursprünglichen, imposanten Anordnung bewundert werden kann.
Vorbei an weiteren Grabhügeln "Mansenberge", die in der Bronzezeit um 1800 v. Chr. entstanden, nähert man sich der barocken Schlossanlage Clemenswerth in Sögel.
Im einst wald- und wildreichen Hümmling trafen sich die Landesherren samt Gästeschar Jahr für Jahr zur Jagd.
Um dieser Passion in einem angenehmeren Umfeld nachgehen zu können, ließ der Kurfürst und Erzbischof Clemens August von Köln schließlich von 1737-1747 das Jagdschloss von Johann Conrad Schlaun erbauen.
In den sternförmig angelegten Gästepavillons befindet sich heute das Emslandmuseum.


8. Tag:
Dieser Streckenabschnitt quert das Herz der waldreichen Hügellandschaft des Hümmlings.

Hier, zwischen Sögel und Surwold, gibt es noch mehrere Grabhügel. Der Name "Männige Berge" weist eindeutig auf den einst verbreiteten Glauben hin, dass hier zwergenhafte Wesen wohnen sollen.
Sandige Wege, schöne Ausblicke: man sollte Rast machen an einem alten und pittoresken Hümmlinger Schafstall bei Börger. Dieser wurde vollständig restauriert und erinnert an eine Zeit, in der Heidschnucken in großer Zahl ihren idealen Lebensraum fanden.
Wenn das Erholungsgebiet "Surwolds Wald" erreicht wird, begibt sich der Wanderer wieder auf den Boden von Legenden.
Die Gemeinde Surwold soll ihren Namen dem mystischen Friesenführer und Widersacher Karls des Großen, "König Suiwold" verdanken, der auch irgendwo hier seine letzte Ruhestätte haben soll.


9. Tag:

Durch weites und flaches Fehngebiet führt die Schlussetappe zur größten Fehnkolonie Deutschlands schließlich nach Papenburg.

Doch zunächst geht es durch Moorgebiete. Orts- und Flurnamen wie "Börgermoor" oder "Wildes Moor" weisen darauf hin, welche Landschaftsform hier einst vorherrschend war.
In der malerischen, von vielen Kanälen durchzogenen, Schiffer- und Gartenbaustadt Papenburg endet der Hünenweg am historischen Rathaus.
Der Name Papenburg ist übrigens im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen: Der Drost des Emslandes, Dietrich von Velen, legte 1631 den Grundstein zur späteren Stadtgründung, nachdem er mit der "Papenburg" eine verfallene Wasserburg aus dem 14. Jhd. erworben hatte.
Nach und nach warb er Siedler an, die das Moor kultivierten und eine Fehnsiedlung errichteten.
Gönnen Sie sich hier noch ein paar Tage Erholung oder bestaunen Sie in der bekannten Meyer Werft die "Wolkenkratzer der Meere".


10. Tag:
Individuelle Abreise von Papenmburg