Rhöner Zeitreise
an der innerdeutschen Grenze
- von den Kelten bis zur Wiedervereinigung -

 
Übernachtungen:
Keltendorf/Öchsen
Dermbach, 23 km
Geisa, 21 km
Keltendorf, 20 km
Die Kelten
Das Zeitalter der antiken Kelten begann um 800 vor Christi und dauerte an bis etwa zum Jahr Null. Sie beherrschten große Teile Europas, schmiedeten als erste das Eisen und brachten eine Kultur hervor, die ihre Spuren bis ins Heute zieht. Die großen, kräftigen und rothaarigen Kelten waren kunstfertige Handwerker und betrieben hochentwickelte Landwirtschaft. Aber sie waren auch sehr abenteuerlustig und naturverbunden. Ihre Druiden vollzogen mystische Rituale. Viele Berge, Flüsse und Städte verdanken ihre Namen den Kelten. Julius Cäsar führte gegen die Gallier, wie die Römer sie auch nannten, um 50 vor unserer Zeit den Gallischen Krieg. Im heutigen Irland haben sich Sprache und Kultur der Kelten am längsten bewahrt. Auf dem Dietrichs- und Öchsenberg, zwischen denen das Tal der Goldenen Aue mit dem Kelten-Hotel gelegen ist, findet man Reste großer Ringwallanlagen, Grabhügel und Quellheiligtümer. Die Höhensiedlung von ca. 12 Hektar auf dem Gipfel des Öchsens diente wohl dem Schutz der Handelsstraße “Antsanvia”, welche hier entlang vom Rhein-Main-Gebiet in das Thüringer Becken verlief. Bei Sünna fand man einen reich verzierten Halsreif aus Bronze. Er war Vorlage für das Logo des Kelten-Hotels. Lassen Sie sich verzaubern von der magischen Welt der Kelten!
www.keltenhotel.de


Völkershausen
Das als Gebirgsschlag Völkershausen weltweit notierte Ereignis war eine durch Bergbautätigkeit verursachte Katastrophe, sie hatte die großflächige Zerstörung der Rhöngemeinde Völkershausen zur Folge und ereignete sich am 13.März 1989 gegen 14:02 Uhr.
Die planmäßig durchgeführte Sprengung im Grubenfeld des DDR-Kalibergbaubetriebes Ernst Thälmann führte untertägig zum großflächigen Zusammenbruch eines Abbaufeldes und zeitgleich an der Oberfläche zu einem Erdbeben der Stärke ML = 5,6 auf der Richterskala. Dabei wurden fast 80 % der Ortsbebauung beschädigt. Praktisch alle historischen Gebäude, das Schloss mit seinen Nebengebäuden, die Kirche und eine Reihe von Privathäusern mussten abgerissen werden. Damit erinnert im heutigen Ortsbild nichts mehr an die lange und wechselvolle Geschichte des Ortes.
Nach Aussagen der Untersuchungskommission wurden bei dem zwölf Sekunden dauernden Beben nur sechs Menschen verletzt.
Quelle: Wikipedia


Unteralba
Der Rhönort Unteralba, Ortsteil von Dermbach, befindet sich im südwestlichen Teil des Wartburgkreises.
Ober- und Unteralba liegen an einer alten Nord-Süd-Verbindung vom Wiesenthaler Pass kommend, zum Emberg emporstrebend und führt dann weiter in Richtung Geisa. Ihre Namen sind von dem des Baches abgeleitet, an dem sie liegen, dessen Name im Mittelalter 'Albaha' lautete. Unteralba am Fuße des 714 Meter hohen Baiers liegt bachabwärts, woraus sich auch der Name (" an der unteren Alba") ableiten lässt. Heute heißt der Bach Alba.
1183 wird 'Albaha' erstmals urkundlich erwähnt. 1325 sind beide Orte als 'Alba und Alba' historisch bezeugt.
Immer wieder war der Ort von Kriegen, Zerstörungen, Plünderungen und Brandschatzungen betroffen.
Die Landwirtschaft bildete den Haupterwerbszweig. Dazu kamen Steinmetzen, Töpfer, Ziegler, Topfhändler und Scherenschleifer. Auch Pfeifenkopfschnitzer waren ansässig.
Schon zur Reformationszeit gab es eine evangelische Schule, 1911 kam eine katholische Schule dazu. Es gab ein Gemeindehaus für die Ortsärmsten und sehr früh wurde die Wasserversorgung durch die vom Baier kommenden Quellen aufgebaut. Die Rorhleitungen bestanden anfangs aus durchbohrten Baumstämmen. Die Straßen des Ortes wurden mit handgeklopften Basaltsteinen beschottert.
1950 wurde ein Gebäude für Verwaltung, Bibliothek, Jugendzimmer sowie Kindergarten und Krippe gebaut.
Als erster Verein wurde 1873 ein Kriegerverein gegründet. 1884 folgte der Gesangverein "Liedertafel". Dann folgten ein Rauchklub und ein Radfahrerverein. Außerdem gab es Vereine zu den Themen Obstbau, Schaf- und Ziegenhaltung sowie Bienen- und Kanarienzucht.
Es gab eine Dreschmaschinengenossenschaft sowie einen Wiesen- und Wässerungsverband. Jugendliche bauten aus eigenem Antrieb einen Sportplatz und betrieben bis 1939 Fußball und Leichtathletik.
Die evangelische Kirche ist ein einheitlicher Steinbau aus dem Jahre 1708. Er ist in der schlichten Form des Barockstils ausgeführt.
Fast den einzigen Schmuck bildet das fein gearbeitete Rundbogenportal an der Westseite. Darüber sind zwei gotische Fenster und ein Rundbogenfenster aus farbigem Bleiglas mit Motiven aus dem Leben Jesu.

Besonderheiten

Aus Unteralba kommen zwei Weltmeister.
Unteralba ist das Heimatdorf des Spitzensportlers Ronny Ackermann, vierfacher Weltmeister und mehrfacher Oympiasieger in der nordischen Kombination.
Aus Unteralba kommt auch Steffi Teichmüller, 1993 Weltmeisterin im Vierer-Rudern und im Jahr 2000 noch einmal im Achterrudern. Sie lebt in Berlin.
Quelle:
www.rhoen.de

Dermbach
Zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser im Ortskern sowie das imposante Barockensemble mit der katholischen und evangelischen Kirche sowie dem Schlosskomplex laden zum Bummmeln ein. Sehenswerte Kirchen findet man auch in Unter- und Oberalba sowie die Fatimakapelle, mitten in der Natur gelegen.
Das Museum Dermbach am Kirchberg informiert über die Kultur- und Sozialgeschichte der thüringischen Rhön. Hier kann man auch das “Gefängnis” des legendären Rhönpaulus besichtigen, bevor er am Galgen hingerichtet wurde.
Dermbach ist ein Mekka für Naturfreunde und erholungssuchende Menschen. Noch intakte Buchenwälder sowie das Naturschutzgebiet “Ibengarten” bei Glattbach mit seinen ca. 600 Jahre altem Eibenbestand laden zum Verweilen ein. Dermbach verfügt über ein gepflegtes, parkähnliches Freibad.
Von zahlreichen Aussichtspunkten rund um Dermbach aus, z.B. den Staudtblick, den Emberg bei Oberalba oder vom Gipfel des Gläserberges lassen Sie Ihren Blick in das “Land der offenen Fernen” schweifen. Ein ca. 65 km langes Wanderwegenetz des Rhönklubs bietet ausgezeichnete Bedingungen für Wanderfreunde.
Durch die “Rhönlandscheune” am Lindig und die neue Schlosshalle sind jetzt auch Möglichkeiten für große Veranstaltungen geschaffen wurden, die das kulturelle Leben des Ortes bereichern werden.


Geisa
Geisa ist eine Stadt in der thüringischen Rhön im Ulstertal. Die nahe Grenze zu Hessen war im Kalten Krieg die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Geisa lag damit im Sperrgebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war die westlichste Stadt des Warschauer Pakts.
Quelle: Wikipedia


Point Alpha
Point Alpha war einer von vier US-Beobachtungsstützpunkten an der hessischen innerdeutschen Grenze. Heute ist „Point Alpha“ der Name einer Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte an der Straße zwischen Geisa (Thüringen) und Rasdorf (Hessen). Aufgrund der Namensähnlichkeit wird er mitunter mit dem Checkpoint Alpha (Grenzübergang Helmstedt-Marienborn) verwechselt.
In direkter Nachbarschaft Geisas, der einst am weitesten westlich gelegenen Stadt des Ostblocks, erfüllte der Beobachtungsstützpunkt „Point Alpha“ bis zum Fall des Eisernen Vorhangs eine wichtige Beobachtungsaufgabe im Verteidigungskonzept der NATO. Auf der anderen Seite der Grenze waren entsprechende Beobachtungspunkte der Staaten des Warschauer Pakts eingerichtet.
Der Stützpunkt lag im Zentrum der NATO-Verteidigungslinie „Fulda Gap“ (Fuldaer Lücke), in der die NATO im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartete. Die "Fulda Gap" zog sich von Herleshausen über Fulda bis in die Nähe von Bad Neustadt.
Der Name Point Alpha geht darauf zurück, dass es der erste errichtete Beobachtungspunkt war.
Die Bezeichnung „heißester Punkt im Kalten Krieg“ allerdings ist irreführend. Die US Border Observation Points dienten ausschließlich der Beobachtung; bereits bei den ersten handfesten Anzeichen für einen Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten hätte sich die Besatzung aus Point Alpha zurückgezogen. Direkte Kampfhandlungen waren nicht vorgesehen.
Als Beobachtungspunkt war Point Alpha darüber hinaus deshalb geeignet, weil er sich auf 411 Meter Höhe auf einem Bergzug befindet und damit einen guten Überblick über das angenommene vorderste Aufmarschgebiet des Warschauer Pakts im Ulstergrund bot. Auch für das Abhören des Funkverkehrs aus Richtung Osten waren die geographischen Bedingungen günstig.
Irrtümlicherweise wird immer wieder behauptet, Point Alpha sei auch der westlichste Punkt der DDR gewesen. Das ist nicht ganz korrekt, der befand sich ca. 12 km weiter südwestlich, in unmittelbarer Nähe des Dörfchens Reinhards (bis zum 2. Oktober 1990 der westlichste bewohnte Ort des Warschauer Paktes) und bildet heute noch den westlichsten Landpunkt des Bundeslandes Thüringen.

1962 wurde bei einem Grenzzwischenfall nahe dem späteren Standort von Point Alpha der DDR-Grenztruppenoffizier Hauptmann Rudi Arnstadt von BGS-Grenzjäger Hans Plüschke erschossen.
1965 wurde das Gelände der US Army überlassen. In den folgenden Jahren entstanden nach ersten Behelfsunterkünften feste Bauwerke. 1968 wurde der erste Beobachtungsturm aus Holz errichtet, 1982 ein Stahlturm und 1985 der heute noch vorhandene Betonturm. Zunächst wurde der Stützpunkt vom 14. Armored Cavalry Regiment (Panzeraufklärer) besetzt. 1972 übernahm das 11. Armored Cavalry Regiment "Blackhorse" diese Aufgabe. Im Normalen Dienstbetrieb waren rund 40 Soldaten jeweils für vier Wochen im Camp Point Alpha stationiert. In Krisensituationen stieg die Besatzung auf bis zu 200 Mann an. 1991 gab die US Army den Standort auf.
Zunächst war geplant, die Anlage ebenso wie die übrigen Beobachtungsposten an der innerdeutschen Grenze abzureißen. Schnell bildete sich eine Bürgerinitiative, die das verhindern wollte und sich zu diesem Zweck vor allem mit der hessischen Landesregierung auseinandersetzte. Bis Ende 1994 wurde das Camp als Unterkunft für Asylbewerber genutzt und 1995 unter Denkmalschutz gestellt. Der im selben Jahr gegründete Verein Grenzmuseum Rhön Point Alpha e. V. begann mit dem Aufbau der heutigen Gedenkstätte und wurde dabei vor allem von der thüringischen Landesregierung unterstützt.
Heute umfasst der Komplex nicht nur den amerikanischen Stützpunkt auf der hessischen Seite, sondern auch einen Streifen der originalen Grenzsicherungsanlagen der DDR und ein Begegnungszentrum auf Thüringer Seite. Inzwischen gibt es auch einen Wanderweg, den Point-Alpha-Weg.
Quelle: Wikipedia