Barbarossaweg
Wegbeschreibung

1. Tag:
Wir beginnen unsere Wanderung in Hohenecken und gehen in Richtung Gelterswoog, wir folgen der Markierung blaues oder gelbes W.
(Alternative Wanderung Richtung Gelterswoog siehe kleine Wanderbroschüre.)
Am Parkplatz beim Hotel Gelterswoog stoßen wir auf unser blaues W, das uns über die nach Queidersbach führende Straße leitet, dann gleich in den Wald. Am Waldrand entlang nach 2 km die B 270 (vorsichtig!) überquerend, treffen wir nach der Unterquerung der Bahnlinie Kaiserslautern - Pirmasens auf ein zweites Zeichen, das uns auf unserer heutigen Wanderetappe bis zum Abend begleiten wird. Es ist das rote Kreuz, mit dem der „Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz“ gekennzeichnet ist. Nach 500 m gelangen wir zur Ansiedlung Breitenau; unmittelbar danach führt das rote Kreuz nach links in den Wald etwa 2,5 km am Walzweiher entlang bis zum Karlstal. Dort, am südlichen Ende des Walzweihers, erinnert ein Gebäudekomplex aus rotem Sandstein, das frühere Gienanth’sche Walzwerk, an die hier einst blühende Eisenindustrie. Ab Gelterswoog sind wir nun ca. 3,5 km gewandert. Das rote Kreuz leitet uns, nach der Überquerung der Landstraße und der Moosalbe ins Karlstal. An der südlichen Talseite auf beschattetem Weg, zwischen Waldrand und Wiesengrund, am Naturfreundehaus Finsterbrunnertal (Einkehrmöglichkeit) an der Eisenschmelze und am Unterhammer (Herrenhaus, heute Erholungsheim) vorbei nach etwa 4 km zur Wilensteiner Mühle, dem heutigen empfehlenswerten Gasthaus Klug’sche Mühle. Über ihr befindet sich die zweite der ursprünglichen Stauferburgen an unserem Wanderweg, die einstige Doppelburg Wilenstein-Flörsheim. Unterhalb der Burg beginnt in Wanderrichtung das eigentliche Karlstal, eine romantische Schlucht, deren Steilhänge von Steinblöcken übersät sind. Wie der aufmerksame Beobachter am oberen Ende des etwa 1 km langen Blockmeeres feststellen kann, ist es die heute friedlich plätschernde Moosalbe gewesen, die in Rückwärtsschreitender Erosion die weicheren Schichten des Gesteins herauslöste und so die in festen Bänken anstehenden obersten Schichten des mittleren Buntsandsteins zum Einsturz brachte. Eine Tafel am Pumpwerk der Gemeinde Trippstadt erinnert daran, dass hier einst der Oberhammer stand, der durch sein Pochen die Stille des Tales störte. Ab Oberhammer wechseln wir die Markierung roter Strich, zum Anstieg nach Trippstadt, unserer heutigen Übernachtungsstation. Auf dieser Etappe entdecken Sie das Trippstadter Schloss, die katholische und die evangelische Kirche.

2. Tag
Von Ihrer Unterkunft in Trippstadt wandern Sie weiter bis Wanderheim „Faselstall“. Ab dort folgen Sie der Markierung gelb- blauer Strich, über Forsthaus Antonihof und weiter, bis Sie in der Nähe des Stüterhofes auf einen Viermärker treffen, einen alten Grenzstein, der vor der letzten Gebietsreform (Ende der 60er Jahre) noch vier Forstamtsbezirke und drei Landkreise schied: Johanniskreuz (früher Landkreis Bad Bergzabern), Elmstein (früher Landkreis Neustadt/ Weinstr.), Trippstadt und Waldleiningen (Landkreis Kaiserslautern). Inzwischen sind wir wieder auf unserer Markierung „WWW“. Von nun an fällt der Wanderweg allmählich in östlicher Richtung. Wohl gehen wir auf der Hochstraße immer noch auf einem Kamm, aber alle Wasser, zur Rechten und zur Linken haben sich jetzt für den Rhein entschieden.


Beim Dämmchen (Sitzgruppe), etwa 3 km vom „Viermärker“ entfernt, quert das Wegzeichen blau-gelber Strich unseren Weg. Wir folgen ihm vom Dämmchen aus ca. 200 m scharf nach links in nördlicher Richtung auf nun rasch fallendem Pfad und erreichen nach weiteren 3 km das Walddorf WALDLEININGEN, eine späte Gründung der Grafen von Leiningen. Nun sind wir noch etwa 7 km von unserem Tagesziel Hochspeyer entfernt. Wir erreichen es, indem wir dem Wegzeichen weißes Kreuz in nördlicher Richtung folgen. Der Wanderweg steigt zunächst bis zur Überquerung der B 48 um 100 m an, fällt dann aber wieder sanft auf schmalem Pfad durch Buchen- und Kiefernwaldungen bis HOCHSPEYER ab, dass wir am Freibad erreichen.
Nach FISCHBACH zeigt die schwarze 8 auf weißer Scheibe den Weg. Wir finden diese Markierung in der Ortsmitte Hochspeyer in der Fischbacher Straße.) Unterkunft in Hochspeyer oder Fischbach.

3. Tag:
FISCHBACH verlassen wir mit der Markierung grün-roter Strich in westlicher, später südlicher Richtung. Dabei umgehen wir Hochspeyer, gelangen in dessen westliches Randgebiet und verlassen den Ort mit dem weißen Kreuz, am Schwimmbad vorbei, Richtung Springental. Gemächlich steigt der Pfad an bis Am Sohl (Schutzhütte) an der B 48. Letztere überqueren wir aber nicht, wenden uns vielmehr mit dem Wegzeichen weißer Strich mit schwarzem Punkt nach rechts. Auf dem Bäckerpfadkopf finden wir wieder alte Grenzsteine, die auf der einen Seite ein H (Hochspeyerer Wald), auf die andere eine Wolfsangel tragen. Die Wolfsangel ist das Grenzzeichen des Kaiserslauterer Stiftswaldes. Dieses 2490 Hektar große Waldgebiet hat Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Prämonstratenserkloster zu Lautern übereignet, um damit die wirtschaftliche Grundlage zur Betreibung eines Hospitals zu schaffen. An die frommen Männer erinnert auch der Heiligenberg, über den wir weiter gehen, und unter dem seit fast 150 Jahren die Eisenbahnzüge hindurchdonnern. Beim Totenkopf, einer eigenartigen Felsbildung des Buntsandsteins, kommen wir zur heute verkehrsfreien alten Geleitstraße Kaiserslautern - Hochspeyer. Jenseits dieser Straße finden wir die bescheidenen Reste der Ruine Beilstein (ca.100 m abseits unserer Route, Lokalmarkierung 2). Auch sie gehörte mit Hohenecken, Wilenstein und Frankenstein in das Burgensystem, das die Kaiserpfalz zu Lautern schützte. Im Wesentlichen ist nur der Burgfelsen geblieben; die Zeit der Zerstörung ist nicht bekannt. Auf fast ebenen Pfaden gelangen wir zum Stiftswalder Forsthaus, überqueren das obere Lautertal und gehen ins Saupferchtal hinein. Wieder betreten wir einen der historischen Wälder, den Teil des Kaiserslauterer Stadtwaldes, den König Albrecht von Österreich der Stadt 1303 übereignete. Im Saupferchtal wohnte einst der städtische Schweinehirt; auf dem nahen Spitzrain besitzt die Stadt ihre kostbarsten Bäume, 250 bis 300 Jahre alte Furniereichen.
Wir durchwandern den Walddistrikt, der vor allem zur Freude der Kinder, in einen Wildpark umgestaltet wurde. Hier können ohne Eintrittskarte viele der Tiere beobachtet werden, die einst lebten.
Wir erreichen die Bebauungsgrenze der Stadt Kaiserslautern. Nach dem Betreten der Bebauungsgrenze biegen wir nach ca. 50 m rechts ein.
An der nächsten Kreuzung noch einmal rechts den St.-Quentin -Ring entlang und erreichen nach weiteren 400 m unsere Unterkunft (Dorint - Hotel) oder Alternative.
4. Tag:
Wir gehen vom Dorint – Hotel nach links in südlicher Richtung die Kantstraße entlang. Vor der Gefällstrecke befindet sich auf der linken Straßenseite unser gelbes W (hier empfiehlt es sich, die rechte Straßenseite zu benutzen, da der Gehsteig nur rechts der Straße verläuft). Am Ende der Gefällstrecke biegen wir links in das Biertälchen ein.
Wir folgen dem Pfad zunächst in östlicher Richtung durchs Biertälchen (richtig eigentlich Beerentälchen). Nach etwa 20 Minuten wechseln wir die Talseite und wandern auf leicht ansteigendem Pfad zum Großen Humberg, dem Kaiserslauterer Hausberg hinan. Der Aussichtsturm, 1900 von einer „Bürgerinitiative“, genannt Humbergturm - Bauverein, errichtet, gewährt einen großartigen Blick über die Stadt Kaiserslautern, über das Nordpfälzer Bergland und die Westpfälzische Moorniederung mit dem Steilabfall der Südwestpfälzischen Hochfläche. Nach Osten und Süden schwelgt der Blick über die lang gestreckten, bewaldeten Höhenrücken des inneren Pfälzerwaldes. Vom Turm wandern wir auf dem Bergrücken in südwestlicher Richtung weiter, biegen nach etwa 10 Minuten halbrechts ab und gelangen zum Dreieckstein. Hier treffen drei alte Waldgrenzen zusammen: Der Dreieckstein scheidet seit 1303 Stadt, Stift und Reich. Zur Rechten ziehen tiefe Gräben am Hang entlang und talwärts. Sie verdanken ihre Entstehung zum Teil den Kämpfen der Jahre 1793 bis 1796 um Kaiserslautern zwischen Preußen und Franzosen. Das gelbe W leitet uns auf ebenem Hangpfad zum Pfaffenbrunnen, dessen Name auf die früheren Eigentümer des Bremer Stiftswaldes hinweist, und weiter zur Roten Hohl.
An der Roten Hohl gehen wir nach rechts ohne die Straße zu überqueren, kommen am St.- Georgs- Brunnen vorbei und gehen abwärts bis wir zum Wegzeichen weißer Strich mit schwarzem Punkt kommen. Hier wendet sich unser Weg nach links. Wir erreichen nach 250 m die Straße, die wir am Römerdamm überqueren und gehen in Richtung „Jammerhalde“. Wie man sich erzählt, soll hier um Mitternacht Menschen jammern, die nach dem Kroatensturm von 1635 aus der Stadt Kaiserslautern geflüchtet, von den Feinden eingeholt und getötet wurden. Nochmals überqueren wir eine Straße (Kaiserslautern-Pirmasens) und steigen zur Burgruine Hohenecken hinauf. Die Erbauung der Burg hängt vermutlich mit dem Neubau der Kaiserpfalz in Kaiserslautern zusammen. Sie entstand wohl bald nach der Mitte der 12. Jahrhunderts. Die Herren von Hohenecken werden als Nachkommen des im Jahre 1214 von Kaiser Friedrich II. mit Ramsteiner Patronantsrechte beschenkten „Reinhardus de Lutra“ angesehen. Das Geschlecht derer „von Hohenecken“ erlosch erst im 18. Jahrhundert. 1525 verwüsteten die Bauern die Burg. Sie wurde wiederhergestellt, um 1560 umgebaut und erweitert. Den Dreißigjährigen Krieg überstand sie ohne wesentliche Beschädigungen. 1689 wurde sie von den Soldaten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. zerstört. Auch als Ruine legt die Burg Hohenecken noch Zeugnis dafür ab, dass die mittelalterlichen Burgen nicht nur reine Zweckbauten, sondern durch ihre architektonische Gestaltung beeindruckend, Glanz und Macht des Kaisertums sichtbar machten. Dies wird besonders durch die bergseitige, immer noch 25 m lange, 11 m hohe und 3 m dicke Schildmauer verdeutlicht, die vom fünfeckigen Bergfried überragt wird. Er erreicht auch heute noch die doppelte Höhe der Schildmauer. Beim Abstieg sollten wir vor allem die kleine Rochuskapelle beachten, die bereits 1269 urkundlich erwähnt wird.
Wir haben den Stadtteil HOHENECKEN (Tourist- Info Kaiserslautern 0631/365-2316) erreicht. Unsere Unterkunft befindet sich in Hohenecken oder Gelterswoog.
In Hohenecken finden wir beim ehemaligen Forstamt (in der Forststraße), einem stattlichen Bau des späten 18. Jahrhunderts.